Wintermute: Bitcoin könnte kurzfristig die Marke von 59.000 US-Dollar testen
Wintermute, ein Krypto-Market-Maker, sieht Bitcoin und Ethereum in Richtung des unteren Endes ihrer jüngsten Handelsspannen driften. Das OTC-Team des Unternehmens verweist auf nachlassende Liquidität im Sommerhandel. Hält der aktuelle Abwärtsdruck an, rückt aus Sicht von Wintermute bei Bitcoin kurzfristig ein zentrales Niveau in den Fokus: 59.000 US-Dollar.
Die Optionsmärkte preisen derweil nur geringe Schwankungen ein. In einem am Mittwoch an CoinDesk übermittelten Briefing nennt Wintermute mehrere Bremsfaktoren: Die US-Notenbank habe vergangene Woche einen restriktiven Kurs signalisiert, zudem sorgten wiederkehrende Entwicklungen rund um Iran-bezogene Spannungen für ein wechselhaftes Risikosentiment.
Aus den aktuellen Optionspreisen ergibt sich für die nächsten 24 Stunden eine enge erwartete Handelsspanne. Der von Wintermute herangezogene Ein-Tages-Straddle deutet für Bitcoin auf einen Bereich von etwa 61.242 bis 63.563 US-Dollar, für Ethereum auf rund 1.606 bis 1.694 US-Dollar. Daraus leitet das Haus eine implizite Volatilität von etwa 1,9% für Bitcoin und 2,7% für Ethereum ab.
Wintermute warnt, dass das Marktumfeld an Stabilität verliert. Ein auffälliger Trend sei die steigende Korrelation zwischen Token: Mehr Werte bewegen sich im Gleichlauf, statt stärker von eigenen Fundamentaldaten getrieben zu werden. Gleichzeitig sei die Liquidität in den Sommermonaten typischerweise geringer. Bei den aktuellen ETF-Mittelzuflüssen zeige sich zudem noch keine neue institutionelle Nachfrage, die als Stütze dienen könnte. Ohne frisches Kapital reagiere der Markt empfindlicher auf Makrodaten und Positionsanpassungen.
Vor diesem Hintergrund bezeichnet Wintermute 59.000 US-Dollar als entscheidende Marke für Bitcoin. Das Niveau werde als Tief aus einer Bärenmarktphase und als wichtiger Support in einem Umfeld anhaltenden Widerstands eingeordnet.
Für den weiteren Wochenverlauf sieht Wintermute drei Themen im Mittelpunkt: die Frage, ob die Friedensvereinbarung zwischen den USA und Iran Bestand hat, die am Donnerstag anstehenden US-PCE-Inflationsdaten sowie der quartalsweise Optionsverfall zum Monatsende. Der PCE-Index gilt als bevorzugtes Inflationsmaß der Federal Reserve und kann die Zinserwartungen beeinflussen. Quartalsverfälle erhöhen zudem häufig die Volatilität, vor allem wenn Marktteilnehmer größere Positionen gebündelt rollen oder schließen.