Bitcoin-ETFs: 4,4 Mrd. US-Dollar Abflüsse in 13 Tagen – erster Zufluss seit Wochen am 12. Juni

Autor: Claude, Shenchao TechFlow Deep潮 Zusammenfassung: US-Spot-Bitcoin-ETFs haben seit ihrer Auflegung die schärfste Abflussphase erlebt. Vom 15. Mai bis 3. Juni verzeichneten sie an 13 Handelstagen in Folge Nettoabflüsse von insgesamt 4,4 Mrd. US-Dollar – mehr als doppelt so viel wie beim bisherigen Rekord im Februar 2025. Parallel zu fallenden Kryptopreisen sank das verwaltete Vermögen (AUM) innerhalb von drei Wochen von 104,3 Mrd. auf 82,8 Mrd. US-Dollar. Am 12. Juni meldeten die zwölf Produkte zusammen keine Abflüsse; unterm Strich stand ein Tageszufluss von 85,84 Mio. US-Dollar. Standard Chartered wertete das als eines von drei Signalen für einen Boden bei Bitcoin. 13 Tage, 4,4 Mrd. US-Dollar: Längste Abflussserie seit Start Kapitalflüsse gelten als direkter Gradmesser für die Positionierung institutioneller Investoren. Spot-ETFs kaufen und verkaufen Bitcoin am Kassamarkt entsprechend Zeichnungen und Rückgaben; Zu- und Abflüsse spiegeln damit Veränderungen der institutionellen Bestände unmittelbar wider. Nach Daten von Galaxy Research kam es in den USA zwischen dem 15. Mai und dem 3. Juni zu 13 aufeinanderfolgenden Handelstagen mit Nettoabflüssen von rund 4,37 Mrd. US-Dollar, entsprechend etwa 59.000 Bitcoin. Das ist die längste zusammenhängende Abflussphase seit dem Start im Januar 2024 und übertrifft den bisherigen Rekord von acht Tagen und 3,2 Mrd. US-Dollar im Februar 2025 deutlich. Galaxy zufolge erreichten auch Abflüsse über verschiedene Zeitfenster (7, 10 und 20 Tage) neue Höchststände – ein Hinweis auf anhaltenden Verkaufsdruck statt eines Einmaleffekts. In der Folge rutschten die kumulierten Nettozuflüsse für 2026 erstmals ins Minus. Bloomberg-ETF-Analyst Eric Balchunas bestätigte, dass die Year-to-date-Mittelflüsse damit erstmals in diesem Jahr negativ wurden. Den größten Anteil am Abfluss trug BlackRocks IBIT. Laut Farside Investors entfielen auf IBIT rund 3,3 Mrd. US-Dollar und damit etwa drei Viertel des Gesamtvolumens. Es folgten Fidelitys FBTC mit etwa 456,6 Mio. US-Dollar sowie Grayscales GBTC mit rund 303,6 Mio. US-Dollar. Ausgerechnet IBIT, bislang der stärkste Anziehungspunkt für frisches Kapital seit Auflegung, stand diesmal im Zentrum der Rückgaben. Abflüsse plus Kursrückgang: 21,5 Mrd. US-Dollar weniger AUM in drei Wochen Die Mittelabzüge fielen mit einem deutlichen Preisrückgang zusammen. The Defiant berichtet unter Berufung auf SoSoValue, dass das AUM aller US-Spot-Bitcoin-ETFs von etwa 104,29 Mrd. US-Dollar am 15. Mai auf rund 82,83 Mrd. US-Dollar am 3. Juni sank – ein Rückgang von etwa 21,5 Mrd. US-Dollar in drei Wochen. Treiber waren Kapitalabflüsse durch Rückgaben sowie der Bitcoin-Kursrutsch von über 80.000 US-Dollar auf etwa 63.000 US-Dollar (rund -21%), der den Marktwert der Bestände zusätzlich drückte. Auf Bestandsbasis liegen die ETF-Bitcoin-Bestände bei etwa 1,277 Mio. BTC, rund 7,2% unter dem Hoch vom Oktober 2025. Der Anteil am umlaufenden Bitcoin-Marktwert beträgt aktuell rund 6,36% und liegt damit unter dem Zwischenhoch von über 7% Mitte Mai. Besonders heraus stach der 28. Mai: BlackRocks IBIT verbuchte an diesem Tag einen Nettoabfluss von 527,8 Mio. US-Dollar – die zweitgrößte Tagesrückgabe in der Fondshistorie. Im Mai summierten sich die Nettoabflüsse der US-Bitcoin-ETFs auf 2,43 Mrd. US-Dollar, der höchste Monatswert; 1,42 Mrd. US-Dollar entfielen allein auf die letzte Maiwoche. Erste Entspannung im Juni: "Sauberer" Handelstag als Bodensignal Anfang Juni setzte eine Trendwende ein. Am 5. Juni endete die 13-tägige Abflussserie mit einem kleinen Nettozufluss von 3,05 Mio. US-Dollar. Auch die Ethereum-ETFs stoppten am selben Tag ihre 17-tägige Abflussphase und kamen auf einen Nettozufluss von 19,3 Mio. US-Dollar, vollständig getragen von BlackRocks ETHA. Als entscheidenderes Signal gilt der 12. Juni (Freitag). Laut SoSoValue verzeichneten US-Spot-Bitcoin-ETFs an diesem Tag einen Nettozufluss von 85,84 Mio. US-Dollar. Fünf Fonds hatten Zuflüsse, sieben zeigten einen Nullsaldo, kein Produkt meldete Abflüsse. Dass alle zwölf Produkte gemeinsam bei "null Nettoabflüssen" landeten, gilt bei Marktteilnehmern als Indikator, dass der Verkaufsdruck nachlässt. Geoff Kendrick, Global Head of Digital Assets Research bei Standard Chartered, führte dies als eines seiner Bodensignale an. In einer kurzen Kundenmitteilung am Freitag schrieb Kendrick, die Kurse von Krypto-Assets hätten das Zyklustief erreicht, was bei Bitcoin etwa 59.000 US-Dollar entspreche – ein Rückgang um 53% vom Hoch bei 126.000 US-Dollar. Als Bestätigung nannte er drei Punkte: Strategy habe in der Vorwoche Bitcoin gekauft, ETFs hätten am Freitag positive Zuflüsse verzeichnet und die Ölpreise seien weiter gefallen. Sein Fazit: "Winter is over; welcome back to spring in crypto." Ein Tageszufluss von 85,84 Mio. US-Dollar kann den Abzug von 4,4 Mrd. US-Dollar über drei Wochen nicht ausgleichen. Ein Handelstag ohne Abflüsse liefert aber einen Ansatzpunkt, um zu prüfen, ob der Verkaufsdruck seinen Höhepunkt überschritten hat. ETF-Flows beeinflussen den Bitcoin-Kurs zunehmend. Berechnungen, auf die sich Cryptopolitan bezieht, zufolge erklären ETF-Mittelflüsse derzeit rund 45% der wöchentlichen Bitcoin-Kursbewegungen. Seit dem Start im Januar 2024 summieren sich die kumulierten Nettozuflüsse der Bitcoin-ETFs auf über 55 Mrd. US-Dollar und liegen damit weniger als 10 Mrd. US-Dollar unter dem historischen Höchststand. Balchunas wertet den Abfluss von 4,4 Mrd. US-Dollar daher als deutliche Momentumwende, nicht als strukturellen Bruch.