Der Silver-Squeeze ist verpufft – der strukturelle Engpass bleibt

Der Squeeze am Silbermarkt Ende 2025 hat sich weitgehend und ohne großes Aufsehen aufgelöst. Auch der Wiederaufbau der Lagerbestände lässt das bullische Narrativ bröckeln. Am grundlegenden Bild ändert das wenig: Das Angebot weist weiterhin das sechste Jahr in Folge ein jährliches Defizit auf. Silber notiert zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Beitrags nahe 60 US-Dollar je Unze. Nach einer kräftigen Korrektur hat sich der Preis seit Januar in etwa halbiert. Gegenüber dem Hoch vom 29. Januar bei 121,62 US-Dollar liegt das Metall rund 51% im Minus und etwa 15% unter dem Schlusskurs zum Jahresende 2025 von rund 71 US-Dollar – bleibt aber deutlich über dem Niveau von vor einem Jahr. Der Rückgang ist vor allem geldpolitisch getrieben: Eine restriktive US-Notenbank unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh und ein US-Dollar, der auf Einjahreshochs zusteuert. Auch der Krieg mit dem Iran im Jahr 2026 wirkte belastend statt stützend. Die dadurch befeuerte Inflation hielt die Fed auf einem hawkischen Kurs und stützte den Dollar. Ein höher erwarteter Zinspfad erhöht zudem die Opportunitätskosten für ein unverzinsliches Metall – entgegen der oft angenommenen Safe-Haven-Nachfrage in Kriegszeiten. Vollständiger Kommentar bei Kitco.