SEC legt ersten eigenständigen Wertpapier-Rahmen für Krypto-Assets vor
KI-Marktzusammenfassung
Die von der SEC vorgeschlagene "Regulation Crypto Assets" würde den ersten maßgeschneiderten Wertpapierrahmen für Krypto-Investitionsverträge schaffen und dabei Ausnahmen für Start-ups und Kapitalbeschaffung sowie einen Safe Harbor auf Basis von Dezentralisierung hinzufügen. Dies verschiebt die Policy-Mischung von durch Durchsetzung getriebener Unsicherheit hin zu klareren Compliance-Pfaden, was die Risikobepreisung bei liquiden Tokens verbessern kann. Kurzfristig wird sich die Aufmerksamkeit während der Kommentierungsfrist auf die Offenlegungslasten und die Dezentralisierungsschwellen konzentrieren.
Einflussstufe
● Hoch
Betroffene Assets
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▲ Bullisch
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Die US-Börsenaufsicht SEC schlägt erstmals ein eigenes Regelwerk für Krypto-Assets vor – statt wie bislang vor allem über Klagen und Durchsetzung vorzugehen. Am 18. August 2026 veröffentlichte die Securities and Exchange Commission den Entwurf "Regulation Crypto Assets". Das 401 Seiten starke Papier soll einen spezifischen Wertpapierrahmen für Krypto-Asset-Investmentverträge schaffen.
Kern des Vorschlags sind neue Ausnahmen bei Angeboten, alternative Registrierungswege und eine Safe-Harbor-Regelung. Letztere könnte hinreichend dezentralisierte Projekte vollständig aus der Wertpapierklassifizierung herausführen.
Im Zentrum steht der Begriff der "covered investment contracts". Er soll die unterschiedlichen Modelle abdecken, über die Krypto-Projekte Kapital von Investoren einwerben.
Zwei Ausnahmen stechen hervor: Eine "startup exemption" erlaubt Frühphasenprojekten, innerhalb von vier Jahren bis zu 5 Mio. US-Dollar aufzunehmen. Daneben gibt es eine breiter angelegte "fundraising exemption", die jährliche Kapitalaufnahmen von bis zu 75 Mio. US-Dollar ermöglicht. Dafür sind geprüfte Finanzinformationen sowie festgelegte Berichtsstandards vorgesehen.
Die Safe-Harbor-Regelung adressiert das im Entwurf als "Hotel California"-Problem bezeichnete Dilemma: Ein Token kann unter das Wertpapierrecht fallen und trotz späterer Dezentralisierung faktisch nicht mehr herausgelangen. Der Vorschlag schafft einen möglichen Ausstieg: Erreichen Projekte definierte Dezentralisierungsschwellen, könnten sie von der fortlaufenden Wertpapierklassifizierung ausgenommen werden.
Der Entwurf baut auf Vorarbeiten der Behörde auf. Im März 2026 hatte die SEC eine Auslegung veröffentlicht, wie bestehende Wertpapiergesetze auf bestimmte Krypto-Assets anzuwenden sind. Auch das politische Umfeld bewegt sich in Richtung klarerer Regeln, unter anderem mit Initiativen wie dem GENIUS Act aus dem Jahr 2025.
Stellungnahmen zum Vorschlag können bis etwa 20. Oktober 2026 eingereicht werden. Der Branche bleiben damit rund zwei Monate, um sich zu den Details zu positionieren.
Für die Konsultationsphase dürften vor allem zwei Themen entscheidend sein: die konkreten Offenlegungspflichten und die Dezentralisierungskriterien im Safe Harbor. Gerade die Schwellenwerte zur Dezentralisierung gelten als besonders folgenreich. Der frühere Direktor der SEC-Division Corporation Finance, Bill Hinman, hatte 2018 öffentlich angedeutet, Ethereum sei ausreichend dezentralisiert und falle daher nicht unter das Wertpapierrecht. Das war eine Rede, keine bindende Regel. Mit "Regulation Crypto Assets" versucht die SEC nun, das Konzept zu formalisieren – samt messbarer Kennzahlen und Benchmarks.
Die Obergrenze von 5 Mio. US-Dollar über vier Jahre schafft einen klaren Pfad für den Aufbau junger Projekte, ohne sofort eine Vollregistrierung auszulösen. Größere Vorhaben, die die 75 Mio. US-Dollar pro Jahr nutzen wollen, müssen dagegen in Strukturen für Finanzberichterstattung und laufende Compliance investieren.