SBI und Startale bringen Japans ersten vertrauensbasierten Yen-Stablecoin JPYSC an den Start
Am 24. Juni haben die SBI Group und die Startale Group mit JPYSC den ersten vertrauensbasierten Yen-Stablecoin Japans eingeführt. Der Schritt fällt in eine Phase, in der Staaten und Finanzinstitute weltweit an regulierten Stablecoin-Strukturen arbeiten. Während der Markt bislang von dollargebundenen Token wie USDT und USDC dominiert wird, setzt Japan damit ein klares Signal für eine digitale Yen-Ökonomie.
JPYSC wird von der SBI Shinsei Trust Bank emittiert; die Reserven werden über eine Treuhandstruktur gehalten und verwaltet. Nach Angaben von SBI ist JPYSC der erste vertrauensbasierte Yen-Stablecoin, der unter Japans Payment Services Act als "electronic payment method" anerkannt ist. Zudem gelten keine Obergrenzen für Transaktionsvolumen oder Kontosalden. Damit eignet sich der Stablecoin für große institutionelle Transfers, die Abwicklung tokenisierter Vermögenswerte und Unternehmenszahlungen.
SBI-Holdings-Chairman Yoshitaka Kitao bezeichnete den Start als notwendigen Schritt, da sich Finanzmärkte zunehmend in Richtung On-Chain verlagern. "The transition of financial functions to onchain is irreversible, creating payment methods that can be used onchain is a challenge that must be addressed as quickly as possible."
SBI und Startale positionieren JPYSC nicht als reines Zahlungsmittel, sondern als Abwicklungsebene für Japans wachsenden Tokenisierungsmarkt. Geplante Anwendungsfälle sind unter anderem:
- Yen-zu-Dollar-Liquiditätspools für On-Chain-Devisenmärkte
- Kredit- und Leihmärkte für institutionelle Investoren
- Settlement tokenisierter Aktien, Anleihen, Immobilien und Fondsanteile
- Unternehmenszahlungen und Händlerabrechnungen
- grenzüberschreitende Remittances mit geringeren Kosten und schnellerem Settlement
- große OTC-Transaktionen und institutioneller Handel
Ziel ist, JPYSC als digitale Yen-Entsprechung für blockchainbasierte Finanzanwendungen zu etablieren.
Zum Start kann JPYSC ausschließlich innerhalb von SBI VC Trade-Konten genutzt werden und lässt sich noch nicht in externe Wallets transferieren. Startale-CEO Sota Watanabe sagte: "Onchain finance is a global trend, and we recognize it as an extremely important strategic area for Japan." Die technische Infrastruktur für Transfers auf öffentliche Blockchains sei bereits fertiggestellt. Offene Punkte betreffen vor allem Steuerregeln und aufsichtsrechtliche Genehmigungen.
Der Zeitdruck steigt, weil die Tokenisierung global rasch zunimmt und Stablecoins bereits jährlich Transaktionen in Billionenhöhe abwickeln. Während die USA an einer Stablecoin-Gesetzgebung arbeiten und Institutionen tokenisierte Assets verstärkt prüfen, will Japan sicherstellen, dass der Yen auch in der nächsten Generation der Finanzinfrastruktur relevant bleibt.