Polymarket sorgt mit nachträglicher Ergebnis-\u0022Klarstellung\u0022 für Empörung – Positionen im Wert von 3,8 Mio. US-Dollar ausgebucht

ME News zufolge hat die Prognosemarkt-Plattform Polymarket am 14. Juni (UTC+8) eine \u0022Resolution Clarification\u0022 veröffentlicht und damit ein zuvor als klar geltendes Marktergebnis faktisch revidiert. In der Folge wurde eine Wette über 35.000 US-Dollar eines 20-jährigen Studenten entwertet; zudem wurden offene Positionen im Umfang von rund 3,8 Mio. US-Dollar über 1.838 Konten auf der Plattform bereinigt. Grundlage ist eine in den Nutzungsbedingungen verankerte Klausel, die nachträgliche Auslegungsanpassungen bei der Marktauflösung erlaubt und damit die endgültigen Auszahlungen verändern kann. Händler reagierten mit scharfer Kritik und sprechen von einer \u0022rückwirkenden Umkehr\u0022, die die Verlässlichkeit der Regeln untergrabe. Die Debatte hat sich auch in den Communities von Polymarket und Kalshi ausgeweitet. Nach Angaben von Nutzern geht der Vorfall auf einen am 13. Juni öffentlich gewordenen Fall zurück: Ein Markt galt als abgeschlossen, wurde später nach erneuter Regelinterpretation aber doch noch umgewertet. Branchenbeobachter sehen darin ein neues Risikofeld, das sie als \u0022Resolution-Clarification-Risk\u0022 einordnen – ein nicht absicherbares Tail-Risk-Ereignis. Häufen sich solche Eingriffe, könnte risikofreudige Liquidität von den aktuellen Plattformen zu Börsen abwandern, die von der CFTC reguliert werden oder über formalisierte Schiedsmechanismen verfügen. Der Vorfall wird zudem als Teil einer Reihe jüngerer Kontroversen gewertet, darunter Streitfälle um UMA-Orakel-Abwicklungen im Zusammenhang mit Bitcoin-Märkten. Diese Entwicklungen stellen das Vertrauen der Marktteilnehmer in die Endgültigkeit von Prognosemärkten weiter auf die Probe. (Quelle: ODAILY)