Kraken will regulierte Perpetual-Futures in den USA starten
Der US-Markt für Krypto-Derivate könnte in Kürze um ein bislang fehlendes Produktsegment erweitert werden. Kraken will in den kommenden Wochen auf Kraken Pro regulierte Perpetual-Futures einführen. Diese Kontrakte waren bisher vor allem auf Offshore-Börsen verbreitet, US-Tradern stand der Zugang entsprechend nur eingeschränkt offen.
John Palmer, Leiter des Derivategeschäfts bei Kraken, sagte laut CoinDesk, die Übernahmen von NinjaTrader und Bitnomial hätten dem Unternehmen Lizenzen im Rahmen der Aufsicht der U.S. Commodity Futures Trading Commission (CFTC) für Brokerage-, Börsen- und Clearing-Aktivitäten verschafft. Damit sei der Start tatsächlich regelkonformer Perpetual Contracts in den Vereinigten Staaten möglich.
Perpetual Contracts unterscheiden sich von klassischen Futures dadurch, dass sie kein Ablaufdatum haben. Trader müssen Positionen nicht fortlaufend "rollen" oder zwischen Monatskontrakten wechseln. Palmer erwartet, dass diese Struktur den global verbreiteten Handelsgewohnheiten im Kryptomarkt besser entspricht und von aktiven Nutzern leichter angenommen wird.
Zum Start rechnet Kraken vor allem mit professionellen Marktteilnehmern, die mit Börseninfrastruktur vertraut sind, sowie mit einem Teil der Privatanleger. Anlageberater und große Asset-Manager dürften später folgen, da interne Freigaben und Due-Diligence-Prozesse dort meist mehr Zeit benötigen. Palmer zog einen Vergleich zur Einführung der US-Spot-Bitcoin-ETFs im Januar 2024: Damals seien Retail-Kunden und anspruchsvollere Trading-Klientel schnell aktiv geworden, während Berater und Vermögensverwalter erst nach Abschluss interner Prozesse nachgezogen hätten.
Der US-Derivatemarkt für Kryptowährungen gilt weiterhin als Frühphase. Weltweit machen Perpetual Contracts den Großteil des Handelsvolumens bei Krypto-Derivaten aus, in den USA fehlten entsprechende inländische, regulierungskonforme Produkte bislang lange aufgrund regulatorischer Vorgaben. Mit der Einführung solcher Angebote könnten US-Trader das gängige Instrument künftig auf regulierten Plattformen im Inland nutzen, statt auf Offshore-Märkte auszuweichen.
Kraken sieht zusätzliches Potenzial, falls Kryptowährungen künftig in größerem Umfang als Margin zugelassen werden. Palmer betonte, die Einführung regelkonformer Perpetual Contracts sei erst der Anfang.
Ergänzend: Auch Kalshi ist in dieses Segment eingestiegen. Nach dem Start eines US-Perpetual-Produkts in der vergangenen Woche teilte das Unternehmen diese Woche mit, das kumulierte Handelsvolumen habe die Marke von 1 Mrd. US-Dollar überschritten.