Indien deckt nicht gemeldete Krypto-Einkünfte von 930 Mio. US-Dollar auf – strengere Steuerprüfung zur Veranlagung 2026
Laut einem Bericht von ChainCatcher verschärft Indien die steuerliche Durchsetzung im Kryptosektor. Für die Steuersaison 2026 müssen Anleger mit deutlich strengeren Melde- und Compliance-Vorgaben rechnen; fehlerhafte Angaben können Bußgelder und Betriebsprüfungen auslösen.
An den Grundregeln ändert sich wenig: Gewinne aus Krypto-Assets unterliegen weiterhin einem pauschalen Steuersatz von 30%. Zudem fällt bei Transaktionen oberhalb einer festgelegten Schwelle eine Quellensteuer (TDS) von 1% an. Eine Verrechnung von Verlusten zwischen verschiedenen Assets ist nicht zulässig. Das neue Einkommensteuergesetz (Income Tax Act, 2025) tritt am 1. April 2026 in Kraft, lässt das steuerliche Kernregime aber weitgehend unverändert.
Auf der Meldeseite werden die Anforderungen konkreter: Investoren müssen im Rahmen der Formulare ITR2 oder ITR3 den eigenen Abschnitt Schedule VDA ausfüllen und für sämtliche Aktivitäten detaillierte Einzelaufzeichnungen führen – Transaktion für Transaktion, einschließlich Trades, Swaps, Transfers und Abwicklungen, nicht nur zusammengefasste Gewinne.
Der Bericht hebt hervor, dass die Aufsicht spürbar ausgeweitet wurde. Indische Steuerbehörden sollen Transaktionsdaten auf Nutzerebene direkt von Börsen, Verwahrstellen und Wallet-Anbietern erhalten und diese automatisiert mit den eingereichten Angaben abgleichen. Abweichungen werden systemseitig markiert und können Prüfungen auslösen.
Den Angaben zufolge wurden bereits mehr als 44.000 Benachrichtigungen versendet und rund 88,8 Mrd. INR (etwa 930 Mio. US-Dollar) an nicht gemeldeten Einnahmen aus virtuellen Vermögenswerten identifiziert. Parallel bauen die Behörden ihre Nachverfolgung aus, indem sie On-Chain-Analysewerkzeuge mit internationalen Datenaustauschmechanismen verknüpfen.
Ab 2027 will Indien zudem an den OECD Crypto-Asset Reporting Framework anschließen, um einen automatischen Austausch grenzüberschreitender Transaktionsdaten zu ermöglichen. Damit geraten schrittweise auch Bestände auf ausländischen Börsen stärker in den Fokus.
Zu den häufigsten Fehlern zählen laut Bericht die Nutzung falscher Steuerformulare, das Weglassen von Airdrop- und Staking-Einkünften sowie eine unzureichende Abstimmung der 1%-TDS-Nachweise. Insgesamt verlagert sich die Krypto-Steuercompliance von einer "rückblickenden" Meldelogik hin zu "Echtzeit-Nachvollziehbarkeit" – entsprechend müssen Anleger ihre Dokumentation über das gesamte Jahr hinweg deutlich professionalisieren.