Rekordzuflüsse: 7 Mrd. US-Dollar in Gold- und Bitcoin-ETFs – Kritik am 60/40-Portfolio nimmt zu
KI-Marktzusammenfassung
Rekordzuflüsse von 7 Mrd. $ in Gold- und Bitcoin-ETFs (angeführt von GLD und BlackRock's IBIT) signalisieren eine erneuerte "debasement trade", da Anleger die vollständige Fiat-Exponierung von 60/40-Portfolios infrage stellen. Der Auslöser ist die Politik: stark steigende US-Verschuldung, erhöhte Renditen am langen Ende und die ausgeweiteten Rückkäufe von langlaufenden Anleihen durch das US-Finanzministerium, was die Märkte als Renditebegrenzung bei anhaltenden Defiziten interpretieren. Die Zuflüsse wirken eher rotierend als risk-off und ziehen Aufmerksamkeit von KI-/Halbleiterfonds ab.
Einflussstufe
● Hoch
Betroffene Assets
BTC/USDT-0.94%
AI-Einblick · BTC/USDTAI-Einblick
▲ Bullisch
Jetzt traden
⚠️ Die von AI generierten Einblicke basieren auf Nachrichteninhalten und dienen ausschließlich zu Informationszwecken. Sie stellen weder eine Anlageberatung dar noch geben sie die Ansichten von BingX wieder. Investitionen sind mit Risiken verbunden. Bitte trade verantwortungsbewusst.
Anleger haben innerhalb von fünf Handelstagen einen Rekordbetrag von 7 Mrd. US-Dollar in Gold- und Bitcoin-(BTC)-Fonds umgeschichtet. Bitwise-CIO Matt Hougan sieht den Auslöser in einem Konstruktionsfehler des klassischen 60/40-Portfolios: Es sei zu 100% dem Fiatgeldrisiko ausgesetzt. Bloomberg-ETF-Stratege Eric Balchunas spricht vom "Debasement Trade" – einer Wette auf Vermögenswerte, die keine Regierung drucken kann. In dieser Woche verdrängte dieses Thema sogar KI-Fonds aus den Schlagzeilen.
Bei den Zuflüssen führte der SPDR Gold Shares (GLD): In der Woche bis zum 21. August flossen 3,4 Mrd. US-Dollar zu. BlackRocks iShares Bitcoin Trust (IBIT) legte laut Daten um etwas mehr als 1 Mrd. US-Dollar zu. Auf der Verliererseite stand der VanEck Semiconductor ETF (SMH) mit Abflüssen von 1,7 Mrd. US-Dollar – so viel wie bei keinem anderen Fonds. Das Kapital verließ den Markt nicht, es wechselte die Seite.
Balchunas fasste die Entwicklung so zusammen: Gold- und Bitcoin-ETFs hätten zusammen in der vergangenen Woche +7 Mrd. US-Dollar an Zuflüssen verbucht – mit großem Abstand ein Rekord für einen 5-Tage-Zeitraum. GLD und IBIT lagen in den Top 10 der Wochenzuflüsse. Zudem seien die IBIT-Zuflüsse seit Jahresbeginn nun wieder positiv und hätten sich aus einem größeren Minus vollständig herausgearbeitet.
Hougan lieferte die Begründung: Ein 60/40-Portfolio besteht aus 60% Aktien und 40% Anleihen. Beide Bausteine seien letztlich Versprechen, die in US-Dollar bewertet werden. Keiner davon schütze zuverlässig, wenn der Dollar selbst an Kaufkraft verliert. "Ein 60/40-Portfolio ist zu 100% Fiatgeld ausgesetzt", so die These. Angesichts der aktuellen Lage wollten viele Investoren wieder mehr Diversifikation.
Diese Schwäche sei nicht neu. 2022 fielen Aktien und Anleihen gleichzeitig, die 60/40-Mischung verlor rund 18% – das schlechteste Jahr seit 1937 (Daten: bilello.blog und nyu.edu).
Treasury-Rückkäufe befeuern den "Debasement Trade" erneut
Der Impuls kommt aus Washington: Die US-Staatsverschuldung überschritt am 19. August die Marke von 40 Bio. US-Dollar. Wenige Tage zuvor war die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen auf 5,337% gestiegen, den höchsten Stand seit 2007. Finanzminister Scott Bessent reagierte mit einer Verdopplung der Rückkäufe langlaufender Anleihen auf mindestens 4 Mrd. US-Dollar pro Operation, Starttermin ist der 9. September. An den Märkten wird das als Versuch gewertet, die Renditen zu deckeln, während die Defizite hoch bleiben. Eine solche Interpretation belastet tendenziell den Dollar und stützt knappe Vermögenswerte.
Zentralbanken vollzogen diesen Schwenk früher. Bis Ende 2025 stieg Gold laut Zahlen der Europäischen Zentralbank auf 27% der Reserven und überholte US-Treasuries mit 22%. Damit hätten selbst die konservativsten Anlegergruppen bereits Platz für "harte" Assets geschaffen.
Bitcoin notiert derzeit nahe 79.144 US-Dollar, ein Plus von 0,55% in 24 Stunden. Der wichtigste Gold-ETF liegt 2026 trotz eines schwachen Sommers etwa 8% im Plus. IBIT hingegen steht in diesem Jahr weiterhin rund 10% im Minus (Quelle: TradingView).
Die Erholung ist zudem noch jung: IBIT lag im Juni zeitweise noch 33% im Minus. Dann stiegen die täglichen Zuflüsse in Bitcoin-ETFs am 20. August auf 606 Mio. US-Dollar – der höchste Tageswert seit dem 1. Mai.
Am 9. September findet die erste erweiterte Rückkauf-Operation statt. Setzen sich die Zuflüsse in harte Assets über diesen Termin hinaus fort, bauen Investoren ihre Portfolios tatsächlich neu. Reißen sie ab, war es vor allem eine laute Woche am Anleihemarkt.