Handelsvolumen von Bitcoin-Treasury-Aktien bricht ein: Tagesdurchschnitt sinkt um 49% auf 17 Mrd. US-Dollar
Aktien, die Anlegern als "Bitcoin mit Hebel" galten, verlieren spürbar an Zugkraft. Das tägliche Handelsvolumen der börsennotierten Bitcoin-Treasury-Unternehmen ist laut Glassnode auf durchschnittlich 17,4 Mrd. US-Dollar gefallen. Das entspricht einem Minus von 49% gegenüber dem Tagesdurchschnitt von 34,2 Mrd. US-Dollar im Dezember 2025.
Ein Blick auf den 30-Tage-Simple-Moving-Average verdeutlicht die Abkühlung: Im Dezember 2025 lagen Bitcoin-Treasury-Aktien bei 34,2 Mrd. US-Dollar pro Tag, bis Mitte Juni 2026 schrumpfte der Wert auf 17,4 Mrd. US-Dollar. Derweil halten rund 199 börsennotierte Unternehmen zusammen mehr als 1,26 Mio. BTC in ihren Bilanzen. Bitcoin selbst bewegte sich in diesem Zeitraum vergleichsweise stabil in einer Spanne von 62.000 bis 64.000 US-Dollar. Der Kurs hält, die Spekulationsprämie bei den Aktien lässt nach.
Ein Signal für den Stimmungswechsel liefert Nakamoto Holdings: Das Unternehmen verkaufte zuletzt rund 600 BTC für 48 Mio. US-Dollar und nutzte 45 Mio. US-Dollar davon zur Reduzierung seiner Verbindlichkeiten bei Kraken. Nach der Transaktion liegen bei Nakamoto weiterhin 4.467 BTC.
Das Grundargument hinter Bitcoin-Treasury-Aktien war bislang klar: Firmen wie Strategy (früher MicroStrategy), Japans Metaplanet und Nakamoto Holdings sollten über den Aktienmarkt eine gehebelte Bitcoin-Position ermöglichen. Berichte aus dem späten Jahr 2025 deuteten jedoch darauf hin, dass zahlreiche Treasury-Titel gegenüber Bitcoin selbst schwächer abschnitten.
Zusätzlich haben Bitcoin-ETFs eine bequemere Alternative etabliert. Sie bieten unmittelbare Preisexponierung, ohne Corporate-Governance-Risiken, ohne Verwässerung durch Kapitalerhöhungen und ohne die Unsicherheit, ob das Management zur Schuldentilgung plötzlich 600 BTC verkaufen muss.
Für Investoren verschiebt sich damit auch der Wettbewerb unter den Treasury-Unternehmen. Der Schritt von Nakamoto, Bitcoin zu veräußern und Schulden abzubauen, unterstreicht: Nicht jede Gesellschaft verfügt über die Bilanzstärke, Marktphasen einfach auszusitzen. Strategy als größter Corporate-Holder profitiert von Skaleneffekten und Markenbekanntheit und dürfte Rückgänge beim Volumen eher verkraften als kleinere Akteure. Metaplanet agiert zudem in Japan unter einem anderen regulatorischen und investorseitigen Umfeld.
Ein Risikoszenario bleibt im Blick: Sinkende Aktienumsätze könnten zu erzwungenen Verkäufen führen. Müssen Treasury-Firmen Liquidität über Bitcoin-Verkäufe beschaffen und handeln mehrere Unternehmen gleichzeitig, könnte der Verkaufsdruck den Spotpreis belasten – auch wenn die Spanne von 62.000 bis 64.000 US-Dollar aktuell stabil wirkt. Bei insgesamt mehr als 1,26 Mio. BTC in den Bilanzen von 199 Unternehmen ist das Potenzial für gebündelten Verkaufsdruck nicht zu unterschätzen.