Coldcard-Hack: Update zu Sicherheitslücke – mindestens 15 Angreifer nutzten Schwachstelle aus

KI-Marktzusammenfassung
Galaxy Research brachte mindestens 15 Angreifer-Cluster mit einer Schwachstelle bei der Seed-Generierung von Coldcard in Verbindung und schätzte, dass über drei Wellen hinweg rund 100 Mio. USD in BTC gestohlen wurden; ein vermuteter vierter Vorfall dürfte die Verluste in Richtung 130 Mio. USD treiben. Der Bug verringerte die Entropie in einigen Wiederherstellungsphrasen, wodurch Angreifer Seeds per Brute-Force ermitteln und Gelder aus vielen unabhängigen Wallets abziehen konnten, was die Zuordnung erschwert. Der Vorfall erhöht kurzfristig die Sensibilität für Kontrahenten- und Verwahrrisiken und könnte das Vertrauen in Hardware-Wallets belasten, bis die Gegenmaßnahmen umfassend umgesetzt sind.
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Mindestens 15 unterschiedliche Angreifer-Cluster sollen eine Schwachstelle in der Coldcard-Hardware-Wallet ausgenutzt haben. Das erklärte Alex Thorn, Research-Chef von Galaxy Digital, nachdem neue Opferberichte bislang nicht zugeordnete Diebstähle offengelegt hatten. Den Angaben zufolge ermöglichten diese Meldungen den Forschern, weitere Bitcoin-Adressen dem Vorfall zuzuordnen. In einem Fall führte die Aussage eines Opfers, das weniger als 1 Bitcoin verloren hatte, zur Identifizierung eines Angreifers, der 12 BTC aus 126 Adressen abgezogen haben soll. Anders als bei einem Einbruch in eine zentrale Börse verteilten sich die Abflüsse auf zahlreiche unabhängig verwaltete Wallets und wurden auf mehrere Angreifer-Adressen weitergeleitet. Galaxy zufolge könnten einzelne Diebstähle unentdeckt bleiben, solange Betroffene ihre Wallet-Adressen und Transaktionen nicht offenlegen. Galaxy Research schätzt, dass über drei bestätigte Angriffswellen hinweg Bitcoin im Wert von rund 100 Millionen US-Dollar entwendet wurden. Zusätzlich haben die Forscher eine mutmaßliche vierte Welle identifiziert, die den Gesamtschaden auf etwa 130 Millionen US-Dollar erhöhen könnte. Die 15 Angreifer-Cluster stehen dabei nicht zwingend für 15 bekannte Personen: Mehrere Adressen könnten von derselben Person oder Gruppe kontrolliert werden, zudem könnten weitere Täter noch unentdeckt sein. Schwachstelle betraf die Seed-Generierung Die Sicherheitslücke betraf den Prozess, mit dem einige Coldcard-Geräte Wiederherstellungsphrasen (Recovery Phrases) erzeugen. Berichten zufolge führte ein Fehler bei der Firmware-Integration dazu, dass betroffene Wallets statt des vorgesehenen hardwarebasierten Zufallszahlengenerators auf einen deterministischen pseudorandom Number Generator zurückgriffen. Damit sank die effektive Zufälligkeit, die bestimmte Private Keys schützt, und die Suche nach gültigen Seed-Phrasen wurde für Angreifer praktikabler. Francesco, Mitgründer von Castle Labs, sagte, betroffene Coldcard-Wallets könnten Private Keys mit etwa 40 Bit Entropie erzeugt haben. Eine standardmäßige 12-Wort-Recovery-Phrase liefert üblicherweise 128 Bit. Das bedeutet laut den Forschern nicht, dass Angreifer Schlüssel direkt aus einem "air-gapped" Gerät extrahieren konnten. Stattdessen konnten sie mögliche Wiederherstellungsphrasen rekonstruieren und die zugehörigen Bitcoin-Adressen auf eingehende Guthaben überwachen. Nutzern potenziell betroffener Wallets wird geraten, die Firmware zu aktualisieren, eine vollständig neue Seed-Phrase zu erzeugen und ihre Bitcoin auf Adressen zu transferieren, die von der neuen Wallet kontrolliert werden. Das bloße Importieren einer betroffenen Recovery-Phrase in ein anderes Gerät behebt die Schwäche nicht. Debatte um KI-gestützte Sicherheitsprüfungen Der Vorfall hat auch eine Diskussion ausgelöst, ob KI-unterstütztes Security-Testing den Fehler früher hätte finden können. Haseeb Qureshi, Managing Partner bei Dragonfly, argumentierte, ungefähr "$2 an AI hardening" hätten die Verluste womöglich verhindern können. Er verwies auf Experimente, in denen KI-Modelle die Schwachstelle innerhalb weniger Minuten erneut identifiziert hätten, darunter ein Test, bei dem das Open-Source-Modell GLM 5.2 sie angeblich in rund 20 Minuten ohne Webzugang gefunden habe. Kritiker bezweifelten, dass diese Experimente belegen, KI hätte die Lücke vor ihrer öffentlichen Bekanntmachung entdeckt. Tatsapat Saerejittima, Data Lead bei Tokenomist, sagte, einige Tests seien nach der Offenlegung durchgeführt worden und es habe an Blindtests, dokumentierten Methoden und Bewertungen von False Positives gefehlt. KI könne die Kosten für das Auffinden von Schwachstellen senken, ersetze aber keine unabhängigen Audits und kein End-to-End-Testing der Prozesse, mit denen Hardware-Wallets Private Keys erzeugen und schützen.