Fed belässt Leitzins unverändert; Terminmärkte sehen 66% Wahrscheinlichkeit für mindestens eine Anhebung – 2026er Zinssenkungsprognose gestrichen

Wichtigster Punkt: Kevin Warsh leitete am 16. Juni erstmals als Vorsitzender eine Sitzung des Federal Open Market Committee. Die US-Notenbank ließ den Leitzins unverändert in der Spanne von 3,5% bis 3,75%. Vor der Sitzung war diese Entscheidung am Markt mit einer Wahrscheinlichkeit von 97% eingepreist. Der Dot Plot für Juni, der ohne Warsh' Mitwirkung erstellt wurde, enthält keine verbleibende Prognose mehr für eine Zinssenkung im Jahr 2026. Händler an den Terminmärkten preisen inzwischen eine Wahrscheinlichkeit von 66% ein, dass es bis Jahresende zu mindestens einer Zinserhöhung kommt. Analysten von Raymond James hatten erwartet, dass mindestens drei stimmberechtigte Mitglieder vor Dezember eine Anhebung in ihren Projektionen ausweisen würden. Warum das zählt: Ein höherer erwarteter Zinspfad kann die Liquiditätserwartungen straffen und Risikoanlagen belasten, sofern der Markt die Geldpolitik weiter in Richtung zusätzlicher Anhebungen umpreist. Marktstimmung: Bärisch, Risk-off, makrogetrieben, De-Risking. Begründung: Die auf 66% gestiegene Wahrscheinlichkeit für mindestens eine Fed-Anhebung bis Jahresende dämpft die Liquiditätserwartungen – ein Gegenwind auch für Krypto. Vergleichbare Fälle: Im Juni 2023 hielt die Fed die Zinsen ebenfalls stabil, während der Dot Plot weitere 50 Basispunkte an Anhebungen auf 5,50% bis 5,75% bis Ende 2023 signalisierte. Standard Chartered beschrieb die wichtigsten Assetpreise nach der Entscheidung als weitgehend unverändert. Das zeigte, dass eine "hawkishe Pause" Erwartungen neu setzen kann, ohne unmittelbar eine ungeordnete Marktbewegung auszulösen. (Standard Chartered) Unterschied zum aktuellen Fall: Im Fokus stehen diesmal das Streichen der 2026er Zinssenkungsprojektion sowie Warsh' erste Kommunikation als Vorsitzender. Folgewirkungen: Höhere erwartete Leitzinsen können die Nachfrage nach gehebeltem Krypto-Exposure reduzieren, weil straffere Finanzierung die Haltekosten von Risikoanlagen erhöht. Bleibt die Anhebungswahrscheinlichkeit hoch, könnten liquiditätssensitive Anlagen anfälliger für erneute geldpolitische Neubewertungen bleiben. Der Übertragungskanal läuft über makroökonomische Liquidität, nicht über krypto-spezifische Marktmechanik. Chancen und Risiken Chancen: Stabilisiert sich die Terminmarkt-Bepreisung nach dem Fed-Signal ohne geplante Senkung, kann das Abwarten bis zu einer Bodenbildung bei den Liquiditätserwartungen ein klareres Einstiegssignal für Risikoanlagen liefern. Risiken: Steigen die Anhebungsquoten nach Warsh' inflationsorientierter Botschaft weiter, kann eine Reduktion gehebelter Positionen helfen, die Abwärtsrisiken aus strafferen Liquiditätserwartungen zu begrenzen.