Delaware treibt Gesetz zum Verbot von Krypto-ATMs voran – Sorgen wegen Betrugs nehmen zu

Delaware hat am 11. Juni 2026 den Gesetzentwurf HB 441 an den Senatsausschuss für "Banking, Business, Insurance and Technology" überwiesen. Die Vorlage sieht ein landesweites Verbot von Kryptowährungs-Kiosken (Krypto-ATMs) sowie von Umgehungskonstruktionen vor. Bestehende Geräte müssten innerhalb von 90 Tagen entfernt werden. HB 441 wird von Abgeordneten Cyndie Romer eingebracht. Verstöße könnten per Unterlassungsanordnung verfolgt werden, zudem drohen zivilrechtliche Strafen von bis zu 10.000 US-Dollar sowie private Schadenersatzklagen. Nach Angaben aus dem Parlament passierte HB 441 das Repräsentantenhaus in einer 40&0-Abstimmung; ein Mitglied fehlte. Zuvor hatte der Ausschuss "Economic Development, Banking, Insurance and Commerce" den Entwurf am 9. Juni 2026 freigegeben – mit einer positiven Stimme und sieben Stimmen "on its merits". Unterstützung kommt unter anderem vom Delaware Department of Justice, der Delaware State Police, AARP Delaware, der Delaware Bankers Association und dem Delaware Bank Commissioner. Die Befürworter begründen das Vorhaben als Verbraucherschutzmaßnahme gegen Betrug, nicht als Ablehnung von Kryptowährungen. Auslöser sind wachsende Betrugsfälle, die besonders Seniorinnen und Senioren sowie vulnerable Nutzer treffen. Laut FBI wurden 2025 mehr als 13.400 Beschwerden mit Bezug zu Kiosken registriert; die Schäden lagen landesweit bei über 388 Mio. US-Dollar. In Delaware meldeten Einwohner im vergangenen Jahr 181 Beschwerden zu Krypto-Themen und 255 zu Wallets; der Gesamtschaden belief sich auf rund 26,9 Mio. US-Dollar. Romer bezeichnete die Kioske als "predatory cash grab" und verwies auf Gebühren von bis zu 20% – im Vergleich zu etwa 0,4% bis 1% bei Online-Börsen. Delawares Attorney General Kathy Jennings sagte, Menschen könnten an solchen Kiosken dazu gebracht werden, große Beträge zu senden, und bekämen das Geld später nicht zurück. Die regulatorische Gangart in den USA verschärft sich seit 2023 deutlich: Mindestens 30 Bundesstaaten haben Gesetze zu Krypto-Kiosken verabschiedet, besonders dynamisch 2025&2026. Delaware reiht sich in Staaten wie Indiana, Tennessee und Minnesota ein, die vollständige Verbote erlassen haben. Auch in New Jersey schreitet der Senatsentwurf S2141 mit ähnlicher Zielrichtung voran. Andere Staaten setzen auf strenge Auflagen statt eines Totalverbots. North Carolina brachte HB 920 einstimmig (115&0) durch das Repräsentantenhaus und leitete den Entwurf an den Senat weiter. Vorgesehen sind Betrugswarnungen, Belege, Offenlegung von Wechselkursen, Live-Kundensupport, eine Gebührenobergrenze von 14% sowie aktualisierte tägliche Transaktionslimits. Auf Bundesebene soll der "Stop Crypto ATM Scams Act" nationale Standards schaffen, darunter AML-Compliance, Identitätsprüfung, Scam-Warnhinweise, Meldung verdächtiger Aktivitäten, Transaktionsobergrenzen von 2.000 bis 7.500 US-Dollar und Live-Support. Bundesstaaten dürften weiterhin strengere Regeln oder Verbote erlassen. Sollte HB 441 in Delaware Gesetz werden, müssten die derzeitigen Krypto-ATMs binnen 90 Tagen abgebaut werden. Bei Verstößen drohen Unterlassungsansprüche, zivilrechtliche Strafen bis zu 10.000 US-Dollar und private Schadenersatzklagen. Hinweis: Diese Informationen dienen ausschließlich Informations- und Bildungszwecken und stellen keine Finanzberatung oder sonstige Beratung dar. Coin Edition übernimmt keine Verantwortung für Verluste, die aus der Nutzung genannter Inhalte, Produkte oder Dienstleistungen entstehen. Leser sollten vor Handlungen im Zusammenhang mit dem genannten Unternehmen Vorsicht walten lassen.