Bitcoin hält sich nahe 64.000 US-Dollar trotz Coldcard-Hack über 116 Mio. US-Dollar
KI-Marktzusammenfassung
Eine schwerwiegende Sicherheitslücke bei der Coldcard-Hardware-Wallet hat laufende Diebstähle von über 116 Mio. USD ermöglicht, wodurch das Sicherheitsrisiko erhöht bleibt und Zuflussspitzen zu Börsen ausgelöst werden, da Nutzer Gelder verlagern. Separat sorgen die offengelegten BTC-Verkäufe von Strategy sowie zusätzliche Wallet-Bewegungen für Sorgen über einen Angebotsüberhang. In der Politik dämpft das voraussichtlich gescheiterte Cloture-Votum zum Clarity Act den kurzfristigen regulatorischen Optimismus. Obwohl BTC nahe 64.000 USD hält, ist der Nachrichtenfluss risk-off und könnte die Volatilität erhöhen.
Einflussstufe
● Hoch
Betroffene Assets
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▼ Bärisch
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Bitcoin notiert weiter in der Nähe von 64.000 US-Dollar – und das nach einer Woche, die von einem Coldcard-Hack mit Schäden von über 116 Mio. US-Dollar, erneuten Bitcoin-Verkäufen durch Strategy und politischem Gegenwind in Washington geprägt war.
Coldcard: Verluste über 116 Mio. US-Dollar, vierte Abflusswelle
Die Diebstähle rund um die Coldcard-Hardware-Wallet haben in dieser Woche die Marke von 116 Mio. US-Dollar überschritten. Seit Bekanntwerden der Schwachstelle am 30. Juli reißen die Abflüsse nicht ab. In einer vierten Welle wurden an einem Sonntagabend 388,9 BTC (rund 29 Mio. US-Dollar) in einer einzigen Aktion bewegt.
Im Kern steht ein Firmware-Fehler, der bis März 2021 zurückreicht. Bestimmte Geräte des kanadischen Herstellers Coinkite sollen Recovery-Seeds mit nur etwa 40 Bit Entropie statt 128 Bit erzeugt haben. Langfristige Halter wären damit bruteforce-anfällig. Bitcoin.com News veröffentlichte eine detaillierte Auswertung, wer betroffen ist und wer weiterhin als gefährdet gilt.
Angriff in Echtzeit sichtbar
Der Bitcoin-Entwickler James O'Beirne hat ein Live-Dashboard gestartet, das die laufenden Abflüsse nachzeichnet. Dazu speist er das Netzwerk mit sogenannten Tripwire-UTXOs, die auf den fehlerhaften Default-Seeds basieren und unterschiedliche zusätzliche Entropie aufweisen. Besonders alarmierend: Seine Kontroll-Wallet ohne zusätzliche Entropie wurde innerhalb einer Stunde geleert. Das gilt als Hinweis, dass Angreifer den verwundbaren Seed-Raum fortlaufend scannen.
Coinkite stoppte Auslieferungen und vernichtete nach eigenen Angaben verbleibende Bestände, die mit der anfälligen Firmware produziert wurden. Das Unternehmen warnte Kunden mit betroffenen Geräten, Guthaben umgehend in neue Wallets zu verschieben, und betonte, ein Firmware-Update allein beseitige das Risiko nicht. Coinkite formulierte es drastisch: "Geld, das über Jahre gespart wurde, ist weg. Vertrauen, das über Jahre aufgebaut wurde, ist gebrochen."
Strategy verkauft erneut – und bewegt weitere BTC
Auch auf Unternehmensseite kamen Belastungsfaktoren hinzu. Michael Saylor's Strategy meldete den Verkauf von 1.638 BTC für rund 104,7 Mio. US-Dollar – der dritte Verkauf in diesem Jahr. Zusätzlich wurden am Mittwoch weitere 1.030 BTC aus Wallets bewegt, die mit dem Unternehmen in Verbindung gebracht werden. Am Markt schürte das Spekulationen über einen möglichen vierten Verkauf.
Clarity Act: Abstimmung droht zu scheitern
In Washington steht zudem die Cloture-Abstimmung zum Clarity Act vor dem Scheitern. Grund sind Vorbehalte von Senatsdemokraten im Zusammenhang mit Ethikgesprächen. Auf Polymarket fiel die Wahrscheinlichkeit, dass das Gesetz 2026 in Kraft tritt, laut aktuellem Stand von 27% auf 23%.
Warum der Kurs dennoch stabil bleibt
Trotz dieser Nachrichtenlage bricht Bitcoin bislang nicht nach unten aus. Der Kurs liegt deutlich unter den jüngsten Hochs, hält sich aber bemerkenswert stabil um 64.000 US-Dollar.
Ein möglicher Bewertungsanker kommt von Charles Edwards, Gründer von Capriole Investments. Er verweist auf die Produktionskosten von Bitcoin – die Gesamtkosten für Miner pro Coin. Diese lägen derzeit bei 54.000 US-Dollar, wobei die elektrische Komponente mit 40.000 US-Dollar ausgewiesen wird. Historisch fiel der Preis in jedem Zyklus-Tief unter die Produktionskosten. Damit handelt Bitcoin bei 64.000 US-Dollar zwar noch mit Aufschlag, die potenzielle Unterstützungszone gilt vielen Marktteilnehmern als klar definiert.
Zusätzliche Faktoren bleiben im Blick: Die Zuflüsse auf Börsen stiegen, als verunsicherte Coldcard-Nutzer Coins bewegten. Strategy verfügt zudem über noch 5 Mrd. US-Dollar an genehmigtem Verkaufsspielraum. Und sollte die Clarity-Abstimmung in dieser Woche scheitern, könnte vor der August-Pause noch eine weitere negative Schlagzeile folgen – mit entsprechendem Risiko für den Bitcoin-Kurs.