Strategy verkauft 32 BTC zur Dividendenfinanzierung – STRC rutscht unter 100 US-Dollar

Die hochverzinste Vorzugsaktie STRC von Strategy geriet in dieser Woche unter Druck, nachdem das Unternehmen eine kleine Bitcoin-Position veräußert hatte, um Dividendenzahlungen zu finanzieren. Der Schritt sorgte für Unruhe, weil er im Widerspruch zu jahrelangen öffentlichen Aussagen von Gründer Michael Saylor steht. Wie aus einer aktuellen Wertpapiermeldung hervorgeht, verkaufte Strategy (ehemals MicroStrategy) zwischen dem 26. und 31. Mai insgesamt 32 BTC für rund 2,5 Mio. US-Dollar. Der Erlös ist für Ausschüttungen an Inhaber der Vorzugsaktien vorgesehen. Gemessen am Bitcoin-Bestand des Konzerns fällt der Verkauf kaum ins Gewicht: Vor der Transaktion hielt Strategy laut Filing mehr als 843.700 BTC. Es war zudem die erste Bitcoin-Veräußerung seit Dezember 2022. Auf der Telefonkonferenz zum ersten Quartal hatte Saylor einen möglichen Verkauf bereits angedeutet. Das Unternehmen werde "wahrscheinlich etwas BTC verkaufen, um eine Dividende zu finanzieren – gewissermaßen zur Immunisierung des Marktes", sagte er damals. Am Markt rutschte STRC, die dividendenzahlende Vorzugsaktie, in dieser Woche unter ihren Referenzpreis von 100 US-Dollar und notierte zeitweise bis zu 5,3% unter pari. Im betrachteten Zeitraum lagen STRC und verwandte Krypto-Produkte insgesamt etwa 4% unter ihrer vorherigen Handelsspanne. Strategy zahlt auf STRC eine annualisierte Dividende von 11,5% – deutlich über klassischen Dollar-Sparzinsen. STRC startete im Juli 2025 mit 9% Rendite; die Ausschüttung wurde seither siebenmal erhöht, während die Aktie weiter unter dem Referenzpreis von 100 US-Dollar handelte. Für Juni sehen die Dividendenbedingungen eine monatliche Zahlung in Höhe von 0,96% des Nennwerts von 100 US-Dollar vor. Dennoch ist der Marktpreis von STRC in diesem Monat bereits um 3,8% gefallen, einschließlich der stärkeren Intraday-Bewegungen. Die Schwäche griff auch auf krypto-native Produkte über, die STRC-Exposure nachbilden. Protokolle wie Saturn und Apyx haben STRC-gebundene, stablecoin-ähnliche Token für renditeorientierte Trader geschaffen; auch diese Instrumente gaben in dieser Woche nach. Saturns sUSDat mit einer Marktkapitalisierung von knapp 100 Mio. US-Dollar verlor etwa 3,7%. Apyx' apxUSD, teilweise durch STRC besichert, fiel im selben Zeitraum um rund 4,1%. Über Monate hatten die Token nahe 1 US-Dollar notiert, weil Marktteilnehmer sie als "stabile" Renditequelle mit Bezug zu STRC betrachteten. Bitcoin selbst fiel innerhalb von 24 Stunden nach Bekanntwerden des Verkaufs um etwa 4,4%. Auf Wochensicht liegt BTC rund 12% im Minus, die Strategy-Stammaktie verlor etwa 15%. Der Vorgang zeigt, wie schnell das Vertrauen in ein Hochzinsinstrument kippen kann – insbesondere, wenn die Basis ein volatiler Vermögenswert wie Bitcoin ist und Unternehmensentscheidungen bisherigen öffentlichen Selbstverpflichtungen widersprechen. STRC ist weder eine Bank noch ein Geldmarktfonds: Es gibt keinen FDIC- oder SIPC-Schutz, und Strategy garantiert weder den Börsenkurs von STRC noch die Dividenden. Die Marktkapitalisierung von STRC ist auf rund 10 Mrd. US-Dollar angeschwollen, mehr als eine Verdreifachung seit Jahresbeginn. Treiber waren Investoren, die hohen Erträgen und einem indirekten Engagement in Strategys Bitcoin-Bilanz hinterherlaufen. Die jüngste Schwäche wirft erneut die Frage auf, wie "stabil" Vorzugsaktien und synthetische Stablecoins als Renditequelle wirklich sind, wenn die zugrunde liegenden Märkte drehen. Unterm Strich hat ein vergleichsweise kleiner BTC-Verkauf seine symbolische Bedeutung entfaltet und Schwachstellen in renditegetriebenen Konstruktionen offengelegt, die an Strategys Bitcoin-Position gekoppelt sind. Das Ereignis unterstreicht, dass hohe nominale Renditen mit Krypto-Bezug bei veränderten Erwartungen oder fallenden Kursen schnell in spürbare Abwärtsrisiken umschlagen können.