FG Nexus verkauft 36.025 ETH und realisiert über 85 Mio. US-Dollar Verlust mit Ethereum-Treasury-Strategie

FG Nexus hat mit seiner Ethereum-Treasury-Strategie einen Verlust von mehr als 85 Mio. US-Dollar realisiert. Das an der Nasdaq notierte Unternehmen kaufte Ether nahe den Hochs des Vorjahres und trennte sich später in einem schwächeren Marktumfeld von einem großen Teil der Position. Zwischen August und September 2025 erwarb FG Nexus insgesamt 50.770 ETH für rund 196 Mio. US-Dollar. Der durchschnittliche Einstiegspreis lag bei 3.860 US-Dollar je Token. Ab November 2025 begann das Unternehmen, Ether zu verkaufen. Zuletzt wurden 36.025 ETH für etwa 83,92 Mio. US-Dollar veräußert, wie On-Chain-Daten von Lookonchain zeigen. Der durchschnittliche Verkaufspreis lag bei 2.330 US-Dollar je ETH. In Summe belaufen sich die Verluste damit auf über 85 Mio. US-Dollar. FG Nexus hatte ETH zuvor als primäres Reservevermögen der Treasury bezeichnet. Damit wurde die Bilanz besonders anfällig für Kursschwankungen von Ethereum – zu einem Zeitpunkt, an dem mehrere börsennotierte Unternehmen versuchten, sich als Krypto-Treasury-Vehikel zu positionieren. Der Fall verdeutlicht die Risiken dieses Modells: Steigende Tokenpreise können die Equity-Story stützen, sinkende Kurse oder Verkäufe unter Einstandspreis können sie schnell belasten. Auch der Sektor insgesamt steht unter Druck. Eine aktuelle Studie von Everstake kommt zu dem Ergebnis, dass börsennotierte Ether-Treasury-Firmen in einem schwierigeren Marktumfeld zunehmend auf Staking angewiesen sind, da es zu den wenigen stabilen Ertragsquellen zählt. Bei FG Nexus spielte Staking ebenfalls eine wichtige Rolle: Für das Geschäftsjahr 2025 meldete das Unternehmen einen Gesamtumsatz von 2,4 Mio. US-Dollar, davon entfielen 1,5 Mio. US-Dollar auf ETH-Staking. Staking machte damit den Großteil der ausgewiesenen Erlöse aus, während der Wert der Ether-Reserve sank. Die Diskrepanz unterstreicht ein Branchenproblem: Renditen können das operative Ergebnis stützen, reichen aber oft nicht aus, um hohe Mark-to-Market-Verluste oder unvorteilhaft getimte Treasury-Verkäufe zu kompensieren. Zudem verändern sich die Bewertungsmaßstäbe der Investoren. Das bloße Halten von Krypto genügt immer seltener; stärker im Fokus stehen Einstandskosten, Liquidität, Staking-Erträge und die Frage, ob das Management den Nettoinventarwert je Aktie über einen vollständigen Marktzyklus steigern kann. FG Nexus gilt damit als warnendes Beispiel: Der frühe und aggressive Einstieg in Ethereum verwandelte sich durch realisierte Verkäufe rasch von einer Wachstumsstory in eine spürbare Bilanzbelastung.