CoinShares: Institutionelle Bitcoin-Bestände fallen im Q1 2026 um 17%

Institutionelle Anleger haben im ersten Quartal 2026 rund 52.500 BTC verkauft. Damit sanken die professionellen Bestände von 313.000 BTC auf 261.000 BTC. Das entspricht einem Rückgang von 17% gegenüber dem Vorquartal. Laut einer neuen CoinShares-Auswertung von 13F-Meldungen beläuft sich der verbleibende Bestand auf etwa 17,8 Mrd. US-Dollar. Unter Einbezug der Kursverluste ergibt sich ein Wertminus von 35%. Der Bericht von CoinShares-Analyst Matt Kimmell, veröffentlicht um den 3. Juni, zeigt eine klare Spaltung unter großen Marktteilnehmern: Hedgefonds und Brokerhäuser reduzierten massiv, während Banken erstmals in nennenswertem Umfang Positionen aufbauten. Wer hat verkauft – und wie stark Hedgefonds und Brokerages standen für 95% des gesamten Rückgangs der professionellen Bestände. Hedgefonds kürzten ihr Bitcoin-Engagement um 39%, Brokerages reduzierten sogar um 53%. Unter den bekannten Namen stieg Morgan Stanley komplett aus und veräußerte eine Position von 8.300 BTC. Jane Street verringerte den Bestand um 10.800 BTC. In Summe lagen die Nettoabflüsse der 13F-Melder im Quartal bei rund 3,6 Mrd. US-Dollar. Der Bitcoin-Kurs fiel im Q1 um 22% und schloss das Quartal bei etwa 68.000 US-Dollar. Gleichzeitig sank der Anteil der verwalteten Vermögen (AUM) von US-Bitcoin-ETFs an ihrer Benchmark von 24,7% auf 20,8% – geprägt von Kursrückgang und Rückgaben. Banken und Berater setzen andere Akzente Finanzberater hielten zum Ende des Q1 zusammen rund 150.300 BTC. Das entspricht 58% aller in 13F gemeldeten Bitcoin-Bestände. Der Rückgang fiel mit 6% vergleichsweise gering aus. Banken erhöhten ihre Bestände im Quartal auf 15.200 BTC und damit auf mehr als das Doppelte. JPMorgan stockte um etwa 3.000 BTC auf, Wells Fargo um rund 4.000 BTC. Citigroup meldete erstmals eine Bitcoin-Position, ausgewiesen mit 97 BTC. Entwicklung nach Quartalsende Nach dem Q1 drehten die ETF-Flows wieder ins Plus: Bis Mitte Mai summierten sich die Zuflüsse auf 2,3 Mrd. US-Dollar. Zusammen mit Treasury-Flows digitaler Vermögenswerte ergab sich bis Mitte Mai ein Gesamtwert von 6,4 Mrd. US-Dollar. Bedeutung für Anleger Für langfristig orientierte Investoren ist vor allem die Entwicklung bei Beratern relevant. Finanzberater stehen für eher "klebriges" Kapital wie Altersvorsorgekonten, Vermögensverwaltung und mehrjährige Allokationsstrategien. Dass die Bestände dort nur um 6% sanken, obwohl Berater 58% der institutionellen Bitcoin-Holdings kontrollieren, spricht dafür, dass die strukturelle Nachfrage nach BTC im Wealth-Management weitgehend intakt bleibt. Besondere Aufmerksamkeit gilt dem vollständigen Ausstieg von Morgan Stanley aus 8.300 BTC. Das Haus zählte zu den frühen großen Wall-Street-Adressen, die Bitcoin-Produkte für Wealth-Management-Kunden öffneten. Die nächste 13F-Runde für das Q2 dürfte zeigen, ob Morgan Stanley während der Erholung im April und Mai wieder eingestiegen ist oder ob der Rückzug dauerhaft war.