CFTC gibt Coinbase grünes Licht für Krypto-Perpetuals für US-Kunden über Deribit
Wie CoinDesk berichtet, hat die US-Rohstoffaufsicht Commodity Futures Trading Commission (CFTC) Coinbase die Genehmigung erteilt, US-Kunden Krypto-Perpetual-Kontrakte anzubieten. Damit öffnet sich ein Derivateprodukt, das bislang vor allem auf Offshore-Märkten gehandelt wurde, erstmals deutlich breiter für den regulierten US-Markt.
Perpetual Contracts zählen weltweit zu den meistgenutzten Krypto-Derivaten. Sie haben kein Verfallsdatum; über einen Funding-Rate-Mechanismus bleibt der Preis in der Regel nahe am Spotkurs. Das macht sie für längerfristige Positionierungen oft praktischer als klassische Futures. Gleichzeitig sorgt der häufig eingesetzte hohe Hebel für hohe Handelsvolumina, erhöht aber auch das Risiko.
Coinbase will den Zugang zunächst über Deribit bereitstellen. US-Nutzer sollen laut Bericht auf die Offshore-Plattform Deribit geleitet werden. Nach der Übernahme von Deribit für 2,9 Mrd. US-Dollar beginnt Coinbase damit, den geschäftlichen Nutzen der Akquisition auch für US-Kunden zu erschließen.
Parallel plant Coinbase den Start eines eigenen Produkts, das als "U.S. perpetualstyle futures" beschrieben wird. Der Launch ist für den 21. Juli angekündigt. Ziel ist ein Handelserlebnis, das globalen Perpetuals nahekommt, aber innerhalb des US-Regulierungsrahmens liegt.
In derselben Woche genehmigte die CFTC auch Kalshi's BTCPERP. KalshiEX darf damit BTCPERP listen, das im Bericht als erster Bitcoin-Perpetual-Kontrakt bezeichnet wird, der innerhalb des US-registrierten Börsensystems entsteht.
Damit zeichnen sich zwei Wege ab: Coinbase führt US-Kunden zu Deribits Offshore-Perpetuals, Kalshi bringt ein Produkt in die US-Regelwelt. In beiden Fällen erweitert sich der regulierte Zugang in den USA, einem Markt, in dem konforme Perpetual-Angebote lange fehlten.
Perpetuals haben sich in den vergangenen Jahren zum Kerninstrument im globalen Krypto-Derivatehandel entwickelt. Laut den genannten Daten erreichte das Handelsvolumen 2025 insgesamt 61,7 Billionen US-Dollar, ein Plus von 29% gegenüber dem Vorjahr. Je nach Messgröße entfallen bis zu 90% der gesamten Krypto-Derivateaktivität auf diese Produktkategorie. US-Nutzer konnten bislang jedoch kaum direkt über inländische, konforme Kanäle teilnehmen und mussten entweder auf Futures mit Fälligkeitsterminen ausweichen oder Offshore-Plattformen nutzen.
Die Genehmigung erweitert für Coinbase die Bandbreite der Kryptomärkte, die US-Kunden erreichen können. Gleichzeitig soll die regulierte Variante strenger ausfallen: Die CFTC kündigte an, Perpetual-Kontrakte fallweise zu prüfen. Erwartet werden höhere Margin-Anforderungen, Positionslimits, Volatilitätskontrollen und strengere Identitätsprüfungen. Das grenzt das Angebot klar von Offshore-Börsen oder dezentralen Perpetual-Protokollen ab, die typischerweise höhere Hebel, weniger Zugangsbeschränkungen bei Assets und teils auch Non-KYC sowie Self-Custody-Handel ermöglichen.
Der Bericht sieht dadurch auch unmittelbare Folgen für den Wettbewerb zwischen US-regulierten Plattformen, Offshore-Anbietern und dezentralen Perpetual-Protokollen. Für Coinbase wird entscheidend sein, ob sich Handelsvolumen, das bislang ins Ausland oder onchain abwanderte, in den US-konformen Markt zurückholen lässt.