Bitcoin fällt auf 62.600 US-Dollar – Spot-ETFs verzeichnen seit 11 Tagen Abflüsse

Der Kryptomarkt hat sich laut CoinDesk von Mittwoch bis in den frühen Donnerstag erneut abgeschwächt. Bitcoin rutschte zeitweise bis auf 62.600 US-Dollar, Ethereum gab auf rund 1.750 US-Dollar nach. Bei größeren Token fielen die Verluste teils stärker aus: Solana und Hyperliquid (HYPE) verloren jeweils nahezu 9%. Auffällig ist, dass zuletzt robuste Altcoins mit nachgaben – ein Zeichen dafür, dass sich der Verkaufsdruck auf den Gesamtmarkt ausweitet. In der Breite lagen Bitcoin und Ethereum bei Rückgängen von jeweils rund 6%. Solana und HYPE büßten fast 9% ein. ZEC, NEAR und VVV, die zuvor noch zwischenzeitliche Hochs markiert hatten, korrigierten deutlich und verzeichneten zweistellige Tagesverluste. HYPE stieg kurzzeitig bis auf 75 US-Dollar, drehte danach aber schnell nach unten. Damit verschiebt sich der Markt von einer Rotation zwischen einzelnen Token hin zu einem generellen Rückgang der Risikobereitschaft. Während Kapital zuletzt in besonders "elastische", also stark schwankungsanfällige Assets geflossen war, deutet die jüngste Verkaufswelle auf eine breitere Risk-off-Stimmung hin – von den großen Kryptowährungen bis in hochvolatile Segmente. Zusätzlichen Druck liefern anhaltende Abflüsse aus ETFs. Bitcoin-Spot-ETFs verzeichneten dem Bericht zufolge an 11 Handelstagen in Folge Nettoabflüsse; in dieser Woche summieren sie sich auf rund 1,4 Mrd. US-Dollar. Allein am Mittwoch beliefen sich die Nettoabflüsse auf etwa 396 Mio. US-Dollar. Auch Ethereum-Spot-ETFs meldeten am selben Tag Abflüsse von rund 53 Mio. US-Dollar. Mit sich eintrübenden Finanzierungsbedingungen nähert sich Bitcoin damit dem vorherigen Zyklustief um 60.000 US-Dollar. Sollte dieses Niveau erneut getestet werden, könnte der kurzfristige Marktdruck zunehmen. Die fortgesetzten ETF-Abflüsse werden zudem als Hinweis gewertet, dass die institutionelle Risikoneigung bislang nicht spürbar zurückgekehrt ist. Belastend wirken auch makroökonomische Faktoren. Arthur Hayes erklärte, er habe seine Bestände in HYPE und NEAR vollständig verkauft und deutete an, das Markthoch könne bereits erreicht sein oder nahe bevorstehen. Als Gründe nannte er unter anderem steigende Energiepreise, bevorstehende große KI-bezogene Börsengänge sowie mögliche politische Kurswechsel in den USA. Im Umfeld schwächten sich auch US-Aktienfutures ab: Nasdaq-Futures lagen rund 1,25% im Minus, während Gold zulegte und Ölpreise auf erhöhtem Niveau schwankten. In dieser Gemengelage geraten risikoreiche Krypto-Assets verstärkt unter Verkaufsdruck. Ergänzend erwähnt der Bericht MoonPays neues Tool, das KI-Agenten erlaubt, Wallets zu verbinden und Transaktionen auszuführen, sowie erhöhte Betrugsrisiken im Kryptosektor mit Blick auf die bevorstehende Fußball-WM – im Mittelpunkt stehen jedoch der Kursrückgang und die Kapitalabflüsse.