Bitcoin vor schwächster Woche seit Februar: ETF-Abflüsse und Kapitalrotation Richtung KI belasten
Bitcoin zeigte laut CoinDesk Anfang Juni deutliche Schwäche und steuert auf die schlechteste Wochenbilanz seit Februar zu. Als Belastungsfaktoren nennt der Bericht anhaltende Mittelabflüsse aus Spot-Bitcoin-ETFs, nachlassendes Marktmomentum sowie eine Umschichtung von Kapital in stark gefragte Themen wie KI-Infrastruktur und Halbleiter.
Spot-Bitcoin-ETFs: Rekordserie an Abflüssen
Daten von SoSoValue zufolge verzeichneten Spot-Bitcoin-ETFs am Mittwoch den 13. Nettoabflusstag in Folge – die längste Abflussserie seit Auflegung dieser Produkte. Das verwaltete Vermögen sank in diesem Zeitraum von 107,8 Mrd. US-Dollar am 14. Mai auf 82,8 Mrd. US-Dollar. Citi-Analyst Alex Saunders sieht die ETF-Flows als einen zentralen Treiber für den Bitcoin-Preis. Zusätzlich habe die schwächer werdende Perspektive für den US-Gesetzentwurf zur Kryptomarktstruktur, den CLARITY Act, Erwartungen an neue Kurstreiber gedämpft.
Strategy verkauft 32 Bitcoin – Signalwirkung im Fokus
Als unmittelbaren Auslöser der Bewegung dieser Woche nennt der Bericht eine Meldung von Strategy, dem Unternehmen von Michael Saylor: Es wurden 32 Bitcoin veräußert, um rund 2,5 Mio. US-Dollar zur Zahlung von Vorzugsdividenden zu generieren. Es ist der erste Bitcoin-Verkauf des Unternehmens seit 2022 und erst der zweite in der Firmengeschichte. Obwohl das Volumen gemessen am Gesamtbestand gering ist, richtet sich die Aufmerksamkeit auf die Signalwirkung. Saylor hatte lange betont, Bitcoin nicht zu verkaufen. Dass die Bitcoin-Reserve nun zur Finanzierung und für Dividendenausschüttungen herangezogen wird, habe bei einigen Investoren das Vertrauen belastet.
Im Anschluss kam es zu einer Welle an Zwangsliquidationen gehebelter Long-Positionen, die den Rückgang verstärkte. CoinGlass zufolge beliefen sich Long-Liquidationen innerhalb von 24 Stunden auf 594 Mio. US-Dollar.
Kapital wandert in KI- und Chipwerte
Der Bericht stellt zudem fest, dass sich Bitcoins Korrelation zu gängigen Marktnarrativen in den vergangenen Monaten abgeschwächt hat: Weder zeige sich klar das Profil von "digitalem Gold" noch eine stabile Inflationsabsicherung, auch die Kopplung an High-Beta-Techwerte sei begrenzt. US-Aktien hingegen legten weiter zu, mit zunehmenden Zuflüssen in Halbleiter- und KI-Infrastrukturwerte. Zudem steige das Interesse an privaten Tech-Unternehmen wie SpaceX und Anthropic. In diesem Umfeld verliere Bitcoin an Attraktivität für spekulatives Kapital.
Blick auf Montag: Update zu Strategy-Positionen
Für die nächste Richtung gilt laut Bericht ein Fokus: Am kommenden Montag will der Markt auf das jüngste Positions-Update von Strategy schauen. Entscheidend sei, ob das Unternehmen wieder kauft, weiter verkauft oder die Bestände unverändert lässt. Bedeutende Käufe könnten die Stimmung stützen. Anhaltende Verkäufe oder ein Stopp der Käufe könnten Sorgen auslösen, dass eine wichtige Nachfragequelle nachlässt.
Ergänzend verweist der Bericht auf institutionelle Einschätzungen: Sollte Strategy nach dem Verkauf rasch wieder als Käufer auftreten, könnte dies als Zeichen einer kurzfristigen Stabilisierung gewertet werden. Einige Analysten orientieren sich weiterhin am Vierjahreszyklus von Bitcoin und halten bei anhaltender Schwäche eine längere Bodenbildung für möglich.