Bitcoin verliert diese Woche 14%: ETF-Abflüsse, Strategy-Verkauf und schwächeres Makroumfeld belasten

Laut ChainCatcher hat sich der Wochenverlust von Bitcoin auf rund 14% ausgeweitet. Am Donnerstag fiel der Kurs zeitweise bis auf 62.400 US-Dollar. Auslöser der Abwärtsbewegung sind mehrere Faktoren: ein seltener BTC-Verkauf durch Strategy, anhaltende Abflüsse aus US-Spot-Bitcoin-ETFs sowie ein sich eintrübendes makroökonomisches Umfeld. Ende Mai veräußerte Strategy 32 BTC zur Finanzierung von Vorzugsdividenden. Das Volumen war zwar gering, QCP Group misst der Transaktion dennoch eine hohe Signalwirkung bei: Strategy gilt am Markt seit Langem als struktureller Käufer. Das Narrativ "nie zu verkaufen" habe in der Vergangenheit die Stimmung institutioneller Investoren gestützt. Auf der Nachfrageseite verzeichnen US-Spot-Bitcoin-ETFs seit drei Wochen in Folge Mittelabflüsse. Insgesamt summieren sich die Rückgaben auf 4,21 Mrd. US-Dollar. Damit handelt es sich um den größten Zyklus institutioneller Risikoreduzierung seit 2026. Glassnode beziffert die durchschnittlichen Einstiegskosten der ETFs auf rund 83.000 US-Dollar. Erholungsversuche seien zuletzt an dieser Marke gescheitert, wodurch der durchschnittliche ETF-Investor wieder in nicht realisierte Verluste gerutscht sei. Auch Onchain-Daten deuten auf strukturelle Schwäche hin: Die Kostenbasis kurzfristiger Halter ist auf 76.400 US-Dollar gefallen und liegt damit erstmals seit Januar 2022 unter dem realisierten Marktdurchschnitt. Das spreche für eine Marktstruktur, die eher zu späteren Phasen eines Bärenmarkts passe. Andre Dragosch, Head of European Research bei Bitwise, verweist dagegen auf einen konträren Hinweis: Der interne Krypto-Sentimentindex habe ein Kaufsignal ausgelöst, die Stimmung sei so pessimistisch wie zuletzt bei der Kapitulation am 5. Februar. Als zentrale Unterstützungen nennt er den 200-Wochen-Durchschnitt nahe 61.000 US-Dollar sowie den Realized Price um 56.000 US-Dollar. An diesen Marken werde sich entscheiden, ob die Korrektur in die Endphase geht. Der Optionsmarkt bleibt defensiv. QCP Group zufolge signalisierten die Volatilitätsmärkte weniger "buy the dip" als vielmehr "Absicherung gegen weitere Abwärtsrisiken". Glassnode ergänzt: Solange Bitcoin nicht in die Zone von 67.000 bis 68.000 US-Dollar zurückkehrt, bevor die Spot-Nachfrage anzieht und ETF-Investoren wieder im Gewinn liegen, bleibe der kurzfristig wahrscheinlichste Verlauf seitwärts bis weiter abwärts.